Prolog

5 Minuten bis Halb

 Es läutet zum Aufbruch, denn wir wissen weder dass Tag noch dass Nacht ist, und die ganze Welt verliert sich um uns her. Leben in einem Traum, einem Nebel voller unerfüllter Sehnsüchte, erfüllt von einem aufbrausenden Herzen, das nicht mehr geleitet werden will. Und doch! Missverstanden zu werden ist das Schicksal von unsereinem. Denn sie glauben, sie wären klassische Leitbilder, Idole der Menschheit, und wir nur rebellisch und wild, wie Barbaren. Und dennoch folgen wir dem Läuten der himmlischen Glocke, wie disziplinierte, gehorsame Individuen der menschlichen Rasse, wollen wir doch diesem einen BedürfnisBefriedigung verschaffen, zu lernen, was wir nicht wissen. Teils weil wir müssen, gefangen wie Vögel im Käfig des Systems, auf ewig gebrandmarkt, teils aber auch weil wir wirklich wollen, wenn wir wollen, halten wir doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit und dass wir diesen Kerker verlassen können, wann wir wollen.Nun aber zurück zu unserer Geschichte, welche wir sogleich bosseln wollen, damit auch nichts verloren gehe.Einem inneren – oder äußeren – Plan folgend, ziehen wir durch die Flure dahin, wie Schafe hinter dem Hirten und vom Hund getrieben. Denn sie sollen keinen Willen haben! Haben wir denn keinen? Und wo liegt das Vorrecht? Im Alter etwa, oder der Erfahrung, oder gar im Wissen?Ein Vorrecht gibt es nicht, eigentlich, unausgesprochen existiert es, wenn auch manchmal ungerechtfertigt, ginge es nach Wissen, Leistung, Erfahrung, Können. Aber danach geht es nicht, danach geht es nie, es geht nach Position, um Macht, nach noch mehr Macht strebend, gierend, lechzend. Diesen Kampf verlieren wir, rechtlos, pflichtbeladen.

Watch out, là-bas, nous avons il diable!
Oder eher Gott, ist Gott der Teufel und der Teufel ist Gott, wo ist der Unterschied? Oder hat das Böse seinen Platz im Guten, seine Funktion? Existiert das eine ohne das andere nicht? Gibt es böse Götter und gute Teufel, oder sind sie paradox?
Hier jedenfalls haben wir einen Gott keinen Teufel.Einen Silberrücken, ein Alphatier, Wächter und Meister seiner Herde, ein erfahrenes Männchen, mit der Weisheit und Erfahrung von Jahrhunderten und dem umfassenden Wissen einer 100bändigen Enzyklopädie. Eine Rarität, die man nicht erlegen sollte.

Nun setzt euch, nehmt euch nen Keks, macht´s euch bequem, Knie an die Tischkanten, und hört zu, welche fantastischen Geschichten wir euch erzählen, von Einhörnern und Jammerlappen, Pakten und Inzest, Loosern und Aufständischern, denn mit der folgenden Erzählung will ich euch der alten, glücklich verträumten Tage erinnern, die uns einst begegneten…

Veröffentlicht in: on Januar 9, 2008 at 5:47 Uhr nachmittags

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